Wiesbadener Kurier Idstein,  08.04.2015 Susanne Messer aus Bad Camberg präsentiert ihre Bilder im Idsteiner Speicher   Die Bad Cambergerin Susanne Messer präsentiert in ihren Arbeiten die „Wunder der Welt“. Foto: wita/Mallmann Von Hendrik Jung IDSTEIN - Die von Licht durchfluteten Räume des Ateliers Speicher in der Idsteiner Altstadt sind perfekt geeignet als Ausstellungsfläche der Gemälde von Susanne Messer. „Ich arbeite viel mit Spachtelmasse und Steinmehl, sodass die Bilder bei jedem Licht anders aussehen“, erläutert die aus Bad Camberg stammende Künstlerin. Nicht von ungefähr hat sie eines der kleinsten Formate, eine lange, schmale Leinwand, sogar mitten in einem Fenster auf dessen Rahmen platziert. So kann man schnell feststellen, dass der goldene Himmel, der sich über einer Elefantenherde aus acht Dickhäutern erhebt, so sehr im Licht changiert, dass er geradezu lebendig erscheint. 40 Arbeiten Nicht viele der Lichtstimmungen in den insgesamt vierzig präsentierten Arbeiten sind jedoch so hell und freundlich. Denn die Malerin, die sich der modernen Landschaftsmalerei verschrieben hat, wählt nur selten ein strahlendes Azurblau zur Darstellung des Himmels. Stattdessen leuchtet er mal dramatisch in feurigem Rot über giftgrüner Landschaft, mal grell- orange über einer tief violetten Ebene. „Ich finde es faszinierend, mit Farben Stimmungen zu schaffen“, erläutert Susanne Messer. Nur in Ausnahmefällen handelt es sich dabei um gelassene Stimmungen. Eine solche findet sich in dem aus zwei Einzelarbeiten bestehenden Gegensatzpaar „Ruhige Zeit“ und „Stürmische Zeit“. Während sich bei Letzterem dichte Wolkenberge im Himmel ballen, ist der vier Fünftel der Leinwand ausmachende Horizont bei seinem Gegenstück ausnahmsweise mal spiegelglatt. Genau wie die See, die darunter das andere Fünftel der Bildfläche ausmacht. Die Wunder der Welt Dazwischen findet sich nur eine hauchzarte, in ihrer bunten Vielfalt jedoch deutlich auszumachende, zivilisatorische Schicht, die sich in Konturen von Gebäuden widerspiegelt. Die meisten Arbeiten der Künstlerin bewegen sich auf einem schmalen Grat zwischen Figürlichkeit und Abstraktion. Gegenständliche Darstellungen wie die eines Stieres ziehen den Blick des Betrachters unweigerlich auf sich. Schließlich gibt es auf der Leinwand um ihn herum nichts, woran das Auge hängen bleiben könnte. Das Tier steht einfach in einem diffusen Licht, das sich in diesem Fall vorwiegend aus Erdtönen bildet. „Ich spiele gerne mit Metaphern. Das schwarze Schaf steht nicht zufällig abseits der Herde“, erläutert Susanne Messer. Außerdem arbeitet sie gerne mit Naturmaterialien. So sind Vogelfedern, Gräser oder Blätter in einige der vielschichtigen Arbeiten integriert. Dann wieder sind Abdrücke von Ammoniten auszumachen oder die Malerin experimentiert mit oxidierten Metallflächen. Nicht umsonst lautet der Titel der Ausstellung mit Arbeiten aus den vergangenen vier Jahren „Terra Magica“. Die Wunder der Welt finden sich in Susanne Messers Werken in vielfältiger Weise wieder. ÖFFNUNGSZEITEN Die Ausstellung mit Arbeiten der Bad Camberger Malerin Susanne Messer ist noch bis zum 26. April in der Borngasse 23 in Idstein zu sehen. Jeweils samstags und sonntags zwischen 11 und 17 Uhr ist die Werkschau geöffnet und die Künstlerin anwesend. Weitere Informationen unter www.speicher-idstein.de sowie unter www.susannemesser.de.
Susanne Messer Susanne Messer Terra magica